Migration auf Windows 10 – wann ist der richtige Zeitpunkt? - Cloud - Heise Partnerzones Cloud . Dell, Cloud, Mobile, Security, Enterprise, Business, Software . Cloud, Mobile und Security: Erfahren Sie alles über die Lösungen von Dell /styles/zones/basis.css

Migration auf Windows 10 – wann ist der richtige Zeitpunkt?

Windows 10 ist inzwischen auch in speziellen Versionen für Unternehmenskunden verfügbar. Diese enthalten zusätzliche, besonders auf geschäftliche IT-Belange zugeschnittene Funktionen. Bevor IT-Verantwortliche jedoch alle PCs des Unternehmens auf Windows 10 umstellen, sollten sie diese neuen Eigenschaften genau unter die Lupe nehmen.

Autor: Thomas Fischer

Windows 10 für Unternehmen ist in Form von Volumenlizenzen in den Varianten „Enterprise“, „Enterprise LTSB (Long Term Servicing Branch)“ und „Education“ verfügbar. Als neue Spielart des Volumenlizenz-Angebots hält Microsoft auch eine „Software Assurance“ bereit. Damit ein Unternehmen diese Version in Anspruch nehmen kann, müssen die auf allen Client-Rechnern der Firma installierten Windows-Versionen upgrade-berechtigt sein. Die Möglichkeit zu einem kostenlosen Upgrade ist auf die Home- und Pro-Versionen von Windows 7 und 8.1 beschränkt, für die Enterprise-Versionen dagegen nicht vorgesehen.

Die Wahl zwischen drei Enterprise-Varianten

Hinsichtlich der Voraussetzungen und des Funktionsumfangs besteht kein großer Unterschied zwischen den drei angebotenen Windows-Varianten für Unternehmen. Windows 10 Education richtet sich eigens an Hochschulen, Schulen und sonstige Bildungsanstalten und kann über den bestehenden Volumenlizenz-Vertrag der entsprechenden Einrichtung erworben werden.

Die Ausführungen Enterprise und Enterprise LTSB wenden sich an mittelgroße bis große Firmen und unterscheiden sich zum Beispiel hinsichtlich der Bereitstellung von Updates. Während der gesamten Support-Dauer werden für die LTSB-Variante keine Updates zur Verfügung gestellt, die neue Funktionen mit sich bringen. Deshalb können Firmen, die sich für diese Version entscheiden, beispielsweise nicht den neuen Internet-Browser „Edge“ verwenden. Für Firmen, die diese Windows-10-Version verwenden, schlägt Microsoft als Ersatz den Internet Explorer oder eine sonstige alternative Lösung vor. Keine Einschränkung gibt es dagegen bei Updates, die die Sicherheit  betreffen. Wenn für das Alltagsgeschäft der Mitarbeiter im Unternehmen die aktuelle Funktionalität des neuen Betriebssystems reicht, kann diese Windows-10-Variante durchaus eine interessante Option darstellen.

 - Die Umstellung auf Windows 10 bietet Zuverlässigkeit und Sicherheit bei der Verbindung mobiler Geräte mit der IT-Struktur des Unternehmens.

Die Umstellung auf Windows 10 bietet Zuverlässigkeit und Sicherheit bei der Verbindung mobiler Geräte mit der IT-Struktur des Unternehmens.

Quelle: Microsoft

Mehr Sicherheit

Ein Fokus bei der Windows-10-Entwicklung lag auf der Sicherheit. Schutztechniken, die in den vorhergehenden Versionen nur über besondere Werkzeuge verfügbar waren, sind jetzt in das neue Windows voll integriert. Zum Beispiel können sich Benutzer jetzt mithilfe einer Zwei-Faktor-Authentifizierung anmelden, die keine Passwörter mehr verwendet, sondern stattdessen biometrische Methoden wie Gesichts-, Iris- oder Fingerabdruck-Erkennung in Verbindung mit einer PIN nutzt.

Moderne PCs und Notebooks können wie immer mehr Tablets und Smartphones oft schon Fingerabdrücke speichern und erkennen. Allerdings sind Scanner für die Iris- und Realsense-3D-Kameras für die Gesichtserkennung noch relativ selten. Aller Voraussicht nach werden solche Verfahren jedoch in absehbarer Zeit bei allen PC-Typen zur Standardausstattung gehören.

Anmeldung und Authentifizierung laufen innerhalb des IT-Systems des Unternehmens über einen Container mit Active-Directory- oder Azure-Active-Directory-Sicherung, sodass Zugriffsdaten für verschiedene Systeme bereitgestellt werden können. Microsoft Passport kann außerdem eine Authentifizierung für spezielle Anwendungen, Internetseiten und -dienste einrichten.

Mehr Schutz durch Spezial-Tools für die Administration

Um das Unternehmensnetzwerks zu sichern, sollten dessen Nutzer keine Anwendungen starten können, die nicht durch eine offizielle Signatur genehmigt sind. Das eigens für IT-Administratoren entwickelte Tool „Device Guard“ kann eine solche Kontrollmaßnahme umsetzen und sogar festlegen, welche Anwendungen sich von einem USB-Stick aus starten lassen. Allerdings benötigt das Programm ein UEFI-BIOS mit aktivierter Secure-Boot-Funktion. Eine Deaktivierung der Device-Guard-Funktion darf dabei nicht möglich sein.

Programme, die im Windows Store erhältlich sind, werden bereits von Microsoft mit der entsprechenden Signatur versehen. Eine Firma kann jedoch auch weitere Anwendungen auf diese Weise bestätigen. Für die Überprüfung der Signaturen kommt ein eigener Service zum Einsatz. Da dieser Dienst in einem virtuellen Container läuft, sind Manipulationen ausgeschlossen.

Neu in Windows 10 für Unternehmen ist auch die eingebaute "Data Loss Prevention"-Funktion. Sie soll die Risiken minimieren, die durch Verwendung privater Geräte in Unternehmensnetzwerken entstehen. Der Inhaber der Daten oder die IT-Abteilung der Firma können so die entsprechenden Datenschutzregeln festlegen. Solche Regeln können auch unterschiedliche Plattformen berücksichtigen: So der Zugriff auf eine bestimmte Datei vom Desktop-PC unter Windows aus erlaubt sein, während dieselbe Datei auf einem privaten Tablet nicht erreichbar ist. Auch für Angestellte im Außendienst, externe Mitarbeiter auf Zeit und Arbeitsgruppen lassen sich geeignete Zugangsrechte problemlos einrichten und wieder löschen.

 - Um die optimale Migrations-Strategie zu bestimmen, sollten Unternehmen vor der Umstellung auf Windows 10 die vorhandene IT-Struktur genau analysieren.

Um die optimale Migrations-Strategie zu bestimmen, sollten Unternehmen vor der Umstellung auf Windows 10 die vorhandene IT-Struktur genau analysieren.

Quelle: Dell

Sicherheit durch gründliche Planung

Da Windows 10 gerade hinsichtlich der Sicherheitsverfahren den älteren Windows-Versionen deutlich überlegen ist, erscheint ein rasches Upgrade der Firmen-IT als dringend geboten. In einem Unternehmen müssen die IT-Verantwortlichen jedoch vor dieser Umstellung mehrere Faktoren in Betracht ziehen, die für private PC-Benutzer kaum ins Gewicht fallen.

Microsoft liefert seit dem vergangenen Januar für Windows 7 im Rahmen eines eingeschränkten Supports nur noch Sicherheits-Patches und wird weder ein zweites Service-Pack noch neue Funktionen für diese Version bereitstellen. Für Unternehmen, die im Moment noch Windows 7 verwenden, sind vor allem die neuen Sicherheitsfunktionen ein wichtiger Grund für eine rasche Umstellung. Firmen, die bereits ein Upgrade auf Windows 8.1 hinter sich haben, sollten erst ihre gesamte IT-Struktur sorgfältig unter die Lupe nehmen und dann eine den Umständen angepasste Entscheidung treffen. Sowohl das Verhältnis zwischen dem Aufwand einer Migration und dem zu erwartenden Nutzen als auch die Zufriedenheit der IT-Abteilung und der Anwender mit der bestehenden Windows-Version sollten für diese Entscheidung herangezogen werden.

Als IT-Leiter sollten Sie in erster Linie die Auswirkungen auf alle geschäftsrelevanten Arbeitsabläufe der Firma betrachten. Es gilt, Unterbrechungen des Tagesgeschäfts im Rahmen einer Umstellung möglichst zu vermeiden. Dazu muss die Terminplanung der Produktion genau bekannt sein, damit die geplante Migration keine wichtigen Auslieferungstermine gefährdet.  

Die existierende Unternehmens-Hardware spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Durch eine Migration zu Windows 10 kann die Funktionsfähigkeit insbesondere bei nicht ganz neuen Notebook-Modellen durch eine mangelnde Unterstützung mancher Hardware-Elemente beeinträchtigt sein. Unternehmen sollten unbedingt vor dem Upgrade die Websites der jeweiligen Hersteller konsultieren oder sich an das Support-Team wenden. Denn manche Hersteller von Notebooks raten ihren Kunden im Moment von einer Migration zu Windows 10 noch ab.

Graduelle Migration auf Windows 10

Die wenigsten Probleme bei der Umstellung auf ein neues Betriebssystem haben Firmen mit modernen IT-Systemen, bei denen die Anwendungen im Mittelpunkt stehen, wie zum Beispiel bei virtuellen Cloud-Strukturen. Dem Betriebssystem selbst kommt in einer solchen Umgebung weniger Bedeutung zu, weil die Bereitstellung von Daten und Anwendungen auf virtuellen Desktops nicht an ein besonderes System gebunden ist. Für den Nutzer bedeutet dies, dass er auf PC, Tablet oder Smartphone Zugang zu seinen Daten hat und arbeiten kann.

Eine Migration zu Windows 10 sollte – wenn irgend möglich – in Etappen durchgeführt werden. Dabei muss als erster Schritt ein auf die IT-Abteilung beschränkter Test der neuen Windows-Version erfolgreich ablaufen. Anschließend empfiehlt es sich, ausgewählte Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen der Firma eine Weile mit Windows 10 Erfahrungen sammeln zu lassen. Dabei können sich rasch etwaige Schwierigkeiten oder Ungereimtheiten offenbaren. Wenn schließlich all diese Hindernisse aus dem Weg geräumt sind, kann zu guter Letzt das Upgrade auch für alle anderen Geräte im Unternehmen durchgeführt werden.

Fazit

Für Unternehmen, die immer noch Windows 7 verwenden, ist eine Umstellung auf Windows 10 vor allem aufgrund der integrierten neuen und verbesserten Sicherheits-Tools klar zu empfehlen. Ein weiteres wichtiges Argument ist die bessere Einbindung von Mobilgeräten, die in vielen Firmen heute aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken sind.

Wenn das Unternehmen bereits mit Windows 8.1 arbeitet, sollte die Entscheidung für ein Upgrade auf Windows 10 erst nach sorgfältiger Analyse der jeweiligen Umstände fallen. Ist die Belegschaft mit dem eingesetzten Betriebssystem zufrieden und kann damit problemlos arbeiten, lässt sich die Migration auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Wenn der Moment für eine Umstellung auf Windows 10 gekommen ist, sollte das Unternehmen jedoch unbedingt dafür sorgen, dass es auf die Unterstützung eines fachkundigen Partners zählen kann.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

Ultrabook, Celeron, Celeron Inside, Core Inside, Intel, Intel Logo, Intel Atom, Intel Atom Inside, Intel Core, Intel Inside, Intel Inside Logo, Intel vPro, Itanium, Itanium Inside, Pentium, Pentium Inside, vPro Inside, Xeon, Xeon Phi, und Xeon Inside sind Marken der Intel Corporation in den USA und anderen Ländern.

1 | 2