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Das Insider-Interview: André Braun, Head of Storage Germany

"Daten verändern die Art und Weise, wie Profit zu erwirtschaften ist"

In unserer Interview-Reihe befragen wir regelmäßig Mitglieder des deutschen Dell-Managements und Partner von Dell zu aktuellen Themen, Trends und Technologien. Mit André Braun, Head of Storage Germany, sprachen wir diesmal über das Thema „Future Ready Enterprise – Unternehmen der Zukunft“.

Steckbrief: André Braun

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Position: Head of Storage Germany

Alter: 46 Jahre

Größe: 1,93 m

Hobbies:

Normalerweise findet man mich um 6:30 im lokalen Schwimmbad, wo ich meine Bahnen schwimme (zumindest wenn es das Business zulässt).

Lieblingsreiseziel:

Ich mag Asien sehr und seitdem ich als Kind „Highlander“ gesehen habe, bin ich ein Fan der Schottischen Highlands.

Welche technische IT-Innovation der jüngeren Vergangenheit hat Sie am meisten beeindruckt?

Das Smartphone – ein Gerät, das die 10fache Rechenleistung jener Technik hat, mit der die Apollo Mission die Landung auf dem Mond ermöglicht hat. Es ist höchst spannend, wie inflationär Rechenleistung geworden ist.

Wie sind Sie zur IT-Branche gekommen und was war die erste Station Ihrer Karriere?

Ich habe mich für eine Ausbildung in einem Betrieb entschieden – damals hieß die Bezeichnung dafür noch Datenverarbeitungs-Kaufmann. Der Betrieb war recht klein, und nachdem zwei Vertriebler dort gleichzeitig gekündigt hatten, wurde ich zum ersten und einzigen Verkäufer. So verdiente ich ab meinem 2. Ausbildungsjahr schon Sales-Provisionen – das war eine prägende Erfahrung für mich.

Was sah Ihr Berufsleben vor Dell aus? Was hat Sie bewogen, zu Dell zu wechseln?

Ich war vor Dell 11 Jahre lang bei EMC. Ich habe den Trend der Konvergenz zwischen Storage und Server schon sehr früh gesehen und wollte meine Kariere darauf ausrichten. Bei Dell konnte ich beides verbinden: die Aufgabe, das Storage-Geschäft weiter aufzubauen und die Konvergenz hin zur Server-Welt zu begleiten. Irgendwie schließet sich nun der Kreis, nachdem Michael Dell mit einer ganz ähnlichen Sicht der Dinge EMC schließlich gekauft hat.

Wodurch zeichnet sich Dell gegenüber anderen Unternehmen besonders aus?

Dell ist menschlich – in allem, was wir tun. Das gefällt mir sehr gut. Ich habe für Chefs aus zahlreichen Ländern dieser Erde schon gearbeitet: Amerikaner, Franzosen, Italiener, Taiwanesen, Japaner, Chinesen. Dells Firmen-Mentalität ist einfach schön.

In einem modernen Unternehmen muss die IT auf sich ständig wandelnde Anforderungen reagieren: Aktuelle Themen wie flexible und mobile Arbeitsmodelle und die schnelle Reaktion auf veränderte Kundenwünsche sind für den künftigen Erfolg einer Firma entscheidend. Wie definieren Sie persönlich den Begriff "Future Ready Enterprise"?

Ich betrachte das Unternehmen aufgrund meines Schwerpunktes hauptsächlich aus der Rechenzentrums-Perspektive. „Future Ready“ bedeutet für mich, dass Unternehmen heute die Scheuklappen von 40 Jahre geltenden IT-Strukturen ablegen müssen, um die Zukunft gestalten zu können. Das Rechenzentrum der Zukunft findet seine Basis nicht mehr in dem IT-Stack, der die letzten 40 Jahre vorherrschte. Hyperkonvergente Strukturen werden die Zukunft der IT massiv verändern. Die IT-Entscheider müssen hier lernen, außerhalb der „Das haben wir immer schon so gemacht!“ Mentalität zu agieren.

Wo sehen Sie im Bereich der Unternehmens-IT derzeit die größten Veränderungen? Worauf müssen sich Unternehmen in Zukunft einstellen?

IT beschäftigt sich im Unternehmen vorrangig mit zwei Dimensionen. 50% der Arbeitsleistung verbringt IT damit, Schnittstellen zwischen den einzelnen Bausteinen eines IT-Stacks zu managen – beispielsweise, dass der Server optimal mit Storage, Hypervisor, Datenbank und der Applikation zusammenarbeitet. Die anderen 50% betreffen das Management der Ressourcen. Das bedeutet, dass die Applikation, die den Businessprozess unterstützt, die richtige Anzahl an Cores hat und genug Bandbreite, Storage oder was auch immer…es geht also um Ressourcen und Schnittstellen. Für beides gibt es aber inzwischen Automatisierungen. Was wird der Mensch hier in Zukunft noch zu tun haben? Er kann neue Felder der Produktivität erschließen. Das ist die Vision der Zukunft: Innovation entspringt aus einer IT, die nicht länger als Mittel zum Zweck nur der „Verwaltung“ des Betriebes dient.

Was sind, ausgehend von Ihren Diskussionen mit den Unternehmen, die derzeit dringlichsten IT-Herausforderungen für die zukünftige Ausrichtung, denen sich CIOs und CEOs stellen müssen? Fällt Ihnen ein gutes Beispiel dafür ein, wie die digitale Transformation Firmen und Ihre Services im Jahr 2016 verändert?

Ein CEO beschäftigt sich damit, dass sein Unternehmen mehr produziert und der Absatz dafür gesichert ist. Ein CIO beschäftigt sich damit, diesen Prozess möglichst effektiv und kostengünstig zu unterstützen. Wir sind bei Dell nicht so vermessen, dem CEO zu sagen, wie das besser geht, was er da tut. Wir können aber Wege aufzeigen, wie ihn Technologie dabei bestmöglich unterstützten kann. Digitalisierung bedeutet eine konsequente Nutzung von Informationen und Daten, um ein besseres Geschäftsergebnis zu erzielen – Daten sind quasi das „Rohöl“ des 21. Jahrhunderts. Was denken Sie, was ein Unternehmen wie Amazon verdient durch die Vorschlagsliste „Kunden, die X gekauft haben, haben auch Y gekauft“? Daten verändern die Art und Weise, wie Profit zu erwirtschaften ist.

Zu Beginn der Computer-Ära gab es Server, die alles in einem Gehäuse vereinten. Danach ging der IT-Trend dahin, Netzwerk, Storage und Compute-Leistung auf separate Systeme zu verteilen. Aktuell werden diese nun wieder in konvergenten Systemen zusammengeführt. Welche Vorteile bieten diese Systeme?

Wenn in hyperkonvergenten Strukturen Schnittstellen zwischen den IT-Bausteinen wegfallen und sie aufgrund der Automatisierung auch fast administrationsfrei zu managen sind, fallen fast 100% der „alten“ Administrationsaufwendungen weg. Das bedeutet eine deutliche Kostenreduktion und zudem noch einen Wegfall von Fehlerquellen. Beides sind Dinge, die unsere IT heute noch bestimmen, aber im zukünftigen Bild einfach komplett fehlen werden. Einen wichtigen Punkt muss ich hier aber noch ansprechen: Konvergenz ist nicht ausreichend – für die Zukunft muss Hyperkonvergenz gelten. Denn Konvergenz steht für eine Struktur, die in einem Rack die klassischen Bausteine der IT nur standardisiert und über ein Management austariert darstellt. Die Struktur darunter bleibt aber wie vor 40 Jahren. Hyperkonvergenz bricht mit dieser Struktur, daher ist sie der bessere Weg in die Zukunft.

Welche Einsparpotenziale ergeben sich für Unternehmen durch die Umstellung von herkömmlichen Rechenzentren auf konvergente Strukturen?

In der Beschaffung ist es gleich teuer, eventuell etwas teurer (CAPEX) – im Betrieb dagegen (OPEX) ist es um Faktoren günstiger. 30 bis 50% Einsparung sind mit Sicherheit möglich, je nachdem wie weit man geht in der Implementierung und wieviel der konventionellen IT man entsprechend ablöst.

Wo können konvergente Systemen denn Einsparungen erbringen? Betrifft das die Bereiche Personal, Energieverbrauch und die Aufrüstung in der Zukunft?

Ja, Ja und Ja. Zum Personal hatte ich schon etwas gesagt. Zum Thema Energie: Stellen sie sich einfach nur vor, IT genau passend für den realen Bedarf zu kaufen, weil es so einfach ist, passgenau zu skalieren, wenn ein Unternehmen größer oder auch kleiner wird. Die Einsparungen an Energiekosten für Systeme, die auf den Endausbau nach 5 Jahren gesized worden sind und 4 Jahre lang halb leer betrieben werden müssen, sind gewaltig.

Ist es möglich, einen „sanften“ technischen Übergang umzusetzen, der ein traditionelles Data Center mit Storage, Network- und Server-Einheiten in ein Converged Datacenter überführt?

Natürlich gibt es die. Es fängt an einer Stelle an und wird dann nach und nach größer. In einer virtuellen IT-Welt gibt es genügend Mechanismen, wie Systeme umgezogen werden können, ohne viel Arbeit zu verursachen. Beispielsweise Storage VMotion oder generell VMotion, um mal beim Beispiel VMware zu bleiben.

Wie reagieren Ihrer Erfahrung nach die IT-Leiter auf das Thema Converged? Bewerten Sie diese Systeme als erwünschte Neuerung oder überwiegt die Sorge, dass die Ablösung der vorhandenen Strukturen zu Konflikten und Problemen führen könnte.

Meiner Einschätzung nach sind wir hierzulande hoch konservativ. In Deutschland neigt man dazu, neue Technik erstmal sehr argwöhnisch zu betrachten. Man wartet gern mal ein zwei Generationen ab, bevor die „Kinderkrankheiten“ ausgestanden sind. Das führt zu einer langsameren Adaption. Allerdings ist das nicht notwendig, da die Grundzüge dieser Technologien schon viele Jahre lang im Einsatz sind und alles schon längst den Kinderschuhen entwachsen ist. Generell begrüßen aber IT-Leiter solche Ansätze viel eher als die Administrations-Ebene in Unternehmen.

Wie unterstützt Dell seine Channel-Partner und Distributoren auf dem Weg zum zukunftsfähigen Unternehmen?

Hier setzt Dell ganzheitlich an: Unsere kompletten Bestrebungen drehen sich nur darum, diese Ideen und dieses Thema zu unseren Kunden zu tragen. Eine der Hauptsäulen dabei sind unsere Partner und Distributoren.

Auf welche wichtigen technischen Entwicklungen müssen sich IT-Entscheider einstellen, wenn sie ihr Unternehmen fit für die Zukunft machen wollen?

Die nächste Entwicklung wird nicht technisch sein. Die nächste Entwicklung passiert in den Köpfen der Menschen in der IT. Ganz ähnlich wie die industrielle Revolution körperlich anstrengende Arbeit an die Maschinen übertragen hat, werden wir in der IT der Zukunft sehen, dass Menschen nicht mehr für einfache Administrationsaufgaben benötigt werden. Die neuen hyperkonvergenten Architekturen werden diese Arbeit einfach überflüssig machen. Der zukünftige Job in der IT ist der des Architekten und Designers einer Infrastruktur, nicht mehr der des Administrators. Umdenken ist angesagt! Willi Brandt hat einmal gesagt: „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie selbst zu gestalten.“ Genau das müssen wir selbst tun.

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