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Das Insider-Interview: Mihai Morcan, Director Dell Services Sales Germany

"Die IT-Infrastruktur wird künftig abgekoppelt vom eigentlichen Bedarf existieren"

In unserer Interview-Reihe befragen wir regelmäßig Mitglieder des deutschen Dell-Managements und Partner von Dell zu aktuellen Themen, Trends und Technologien. Mit Mihai Morcan, Director Dell Services Sales Germany, sprachen wir diesmal über das Thema „Future Ready Enterprise – Unternehmen der Zukunft“.

Steckbrief: Mihai Morcan

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Alter: 49 Jahre

Größe: 1,80m

Familienstand: Verheiratet, ein Kind

Hobbies:

Fotografie in Verbindung mit Reisen und Bildbearbeitung am PC

Lieblingsreiseziel:

Italien, Südostasien, das südliche Afrika und Nordamerika

Gibt es ein IT-Gerät, das Sie nicht missen möchten?

Das ist auf jeden Fall das Smartphone. Gemeinsam mit GPS gehört für mich das Smartphone zu den wichtigsten Innovationen der letzten Jahre.

Welche Seiten im Internet besuchen Sie regelmäßig und warum?

Am wichtigsten sind für mich die Wirtschaftsseiten. Hier interessieren mich neben allgemeinen Wirtschaftsthemen vor allem Informationen zu Aktien und Rohstoffpreisen.

Wie haben Sie den Einstieg in die IT gefunden?

Ich kann mich noch sehr gut erinnern: Als ich 16 Jahre alt war, hat mir ein guter Bekannter die Funktionsweise einer Rechnerarchitektur sehr anschaulich beschrieben. Damals war ich davon so fasziniert, dass ich unbedingt etwas studieren – und später auch im Arbeitsleben machen ­– wollte, das mit Computern zu tun hat. Mein Vorhaben habe ich auch umgesetzt. Bis heute bin ich im IT Service Geschäft tätig und habe es nie bereut.

Was sah Ihr Berufsleben vor Dell aus?

Meine berufliche Laufbahn habe ich 1993 bei Kyocera in Meerbusch begonnen und dort im europäischen Software-Support für die Druckerbetriebssysteme gearbeitet. Zwei Jahre später bin ich zu einer Tochterfirma der IBM im Service gewechselt und war dort und bei der IBM selbst rund 17 Jahre in verschiedenen Bereichen tätig. Vor etwa viereinhalb Jahren orientierte ich mich neu und kam zu Dell. Die Arbeit ist voller Herausforderungen, aber die Unternehmenskultur ist hervorragend und kollegial. Der Kunde steht im Fokus aller Aktivitäten und das brauche ich, um mich bei der Arbeit wohl zu fühlen.

Was hat Ihre Entscheidung für Dell am meisten beeinflusst?

Die wichtigste Komponente meiner Entscheidung für Dell war das von außen sichtbare dynamische Geschäftsmodell. Bei Dell gibt es kaum Dinge, die nur für zwei oder drei Jahre feststehen. Vielmehr wird in regelmäßigen Zeitabständen – halbjährlich oder quartalsweise – an verschiedenen Stellen justiert. Wird festgestellt, dass der einmal eingeschlagene Weg falsch ist, wird sofort korrigiert, notfalls sogar komplett umgeschwenkt. Heute fasziniert mich an Dell, dass es das einzige privat geführte Unternehmen dieser Größe ist. Aus meiner Sicht lassen sich so viel besser strategische Entscheidungen treffen und umsetzen. Ich kenne andere Unternehmen dieser Größe und kann daher sicher behaupten, dass Dell bei strategischen Entscheidungen eher wie ein Schnellboot reagiert und nicht wie ein träger Tanker.

Dell ist für sein soziales Engagement allgemein bekannt. Beteiligen Sie sich hier ebenfalls aktiv?

Ja, ich begleite eine ehrenamtliche Tätigkeit in der Schule meines Sohnes. Dort habe ich mich dafür eingesetzt, dass das dortige IT-Labor modernisiert wurde. Ich selber habe dafür einiges an Hardware beigesteuert. Alles wurde dann gemeinsam mit den Schülern aufgebaut. Zudem wurde die komplette PC-Anlage so konzipiert, dass sie der Lehrer quasi auf Knopfdruck in einen definierten Ausgangszustand startet, egal was die Schüler zuvor damit probiert hatten. Kurz gesagt: Alles was mit Schule und der Ausbildung der kommenden Generation zu tun hat, liegt mir sehr am Herzen.

Was fällt Ihnen zum Thema zukunftsfähiges Unternehmen spontan ein?

Der Begriff beinhaltet wichtige Kernbotschaften. Ich meine, dass es eigentlich keine großen Unterschiede zu den Anforderungen von vor zehn Jahren gibt, allerdings hat sich die Welt draußen verändert. IT-Leiter müssen immer noch den Spagat zwischen Kostenoptimierung und Flexibilität gegenüber den Unternehmensanforderungen bewältigen. Das hat sich in all den Jahren nicht geändert. Was sich aus meiner Sicht geändert hat, ist die Geschwindigkeit, mit der Unternehmen reagieren müssen. Auch die Mobilität der Mitarbeiter und der IT-Geräte hat sich geändert. Man möchte von überall auf seine Daten im Unternehmen zugreifen und Entscheidungen treffen. Das Thema Mobilitätskonzepte sowie die Sicherheit der Daten spielt dabei eine große Rolle. Der Druck auf die Unternehmens-IT, diese Anforderungen im Rahmen der bestehenden Kostenplanung umzusetzen und dabei flexibel zu sein, ist gestiegen. Treibender Faktor hierbei sind die Veränderungen in den einzelnen Fachabteilungen.

Ist Ihrer Meinung nach eine flexible IT eines der wichtigsten Themen für den CIO?

Ich würde das als allgemeine Anforderung bezeichnen. Das ist aber nicht jeden Tag spürbar, vielmehr müssen sich die CIOs mit den Auswirkungen beschäftigen. Daraus resultieren aus meiner Sicht einige wesentliche Herausforderungen, die IT-Entscheider in heutigen Unternehmen haben. Sie müssen weiterhin standardisieren, automatisieren und sich jeden Tag fragen, ob sie das mit ihrer Abteilung sinnvoll betreiben können, oder ob sie bestimmte Dienstleistungen an andere Unternehmen auslagern. Sie schauen weiter, wie sie Antwortzeiten ihrer Kunden reduzieren können. Endkunden möchten, dass ihnen schnellstmöglich geholfen wird. Die technischen Möglichkeiten dafür gibt es heute. Schwierigkeiten bei der Umsetzung können sich aus Gründen der Governance oder der Compliance ergeben.

Meinen Sie, dass der Umfang und die Komplexität der Aufgaben für die IT-Mitarbeiter stetig zunimmt und sie dabei immer flexibler sein müssen?

Ja, die Komplexität steigt. Aber es zeigt sich dabei auch noch eine ganz andere Gefahr: Ist die IT-Abteilung für einzelne Unternehmensbereiche zu langsam oder unflexibel, greifen viele Kunden auf IT-Entwicklungen wie Cloud oder Cloud-fähige Produkte fremder Anbieter zurück, die mit der Unternehmens-IT dann überhaupt nichts zu tun haben. Ich denke dabei an die OpenStack Community. Dort kann man beispielsweise ein Software Defined Data Center oder ein Storage-System mit einem vollkommen anderen Modell betreiben. Damit sind dann plötzlich Dinge möglich, die vorher nur bei einer Freigabe bestimmter Investmentgelder und Hardware durch die IT-Abteilung möglich gewesen wären.

Welche Strategie verfolgt Dell, damit Unternehmen schnell auf Änderungen und Anforderungen der IT reagieren können?

Auf der einen Seite stehen die Anforderungen der Endkunden, der Fortschritt in der Technologie, die Mobilität sowie die Security. Auf der anderen Seite unterliegt die IT-Abteilung einer gestiegenen Komplexität und einem verstärkten Druck auf die Standardisierung, Cloudifizierung und auf Provisionierung verschiedenster Dienste. Dell ist hierbei in der Lage, bei allem, was heute möglich ist, zu beraten. Beispielweise erstellt Dell mithilfe des Programms DPACK im Bereich Server einen Bericht der Ist-Situation. Danach wird mit dem Kunden über die Möglichkeiten eines flexiblen zukunftsfähigen Unternehmens gesprochen. Dabei geht es darum, was solch ein Unternehmen können muss, welche Kriterien gefordert sind und wie der Weg dorthin zu bewältigen ist. Neben der Analyse und Beratungsleistung kann Dell Services aber auch die Technologie und das Produktportfolio zur Umsetzung liefern, etwa ein Software Defined Datacenter, eine Hybrid Cloud oder eine private Cloud, die bestimmte Prozesse standardisieren und automatisieren.

Lässt sich das als der von Dell verfolgte klassische End-to-End-Ansatz bezeichnen?

Ja, das ist genau richtig.

Die Sicherheit der IT steht an erster Stelle, wenn es um das Thema Unternehmen der Zukunft geht. Ist Dell auf diese Anforderung vorbereitet?

Das stimmt, auch aus meiner Sicht ist das komplette Thema IT-Sicherheit extrem wichtig. Allerdings wird es oftmals noch unterschätzt – zumindest bis zu dem Zeitpunkt, bis ein Unternehmen von einem Sicherheitsproblem betroffen ist. Es ist aber auch sehr schwierig, ganzheitliche Lösungen dafür zu definieren und umzusetzen. Gleichzeitig möchte ich anfügen, dass jeder fahrlässig handelt, der dieses Thema beim Kunden vernachlässigt. Was wir bei Dell tun ist, nicht nur Produkte anzubieten, die z.B. einen Port-Scan durchführen, Anomalien aufspüren oder Penetration-Tests durchführen sowie Einbruchsversuche identifizieren, sondern parallel dazu mit unseren Security-Assessments ein großes Stück weiterzugehen. Schaut man sich verschiedene Vorfälle der Sicherheitsverletzung aus der Vergangenheit an, stellt sich die Frage, ob diese mit mehr Technologie hätten verhindert werden können. Ich meine: wahrscheinlich ja. Allerdings bestehen die Sicherheitsstrukturen meist aus mehreren Gliedern einer Kette, und wenn hier ein Glied schwach ist, ist die komplette Struktur gefährdet. Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter hat Zugriff auf wichtige Daten des Unternehmens und hat die Fähigkeit/Rechte, sämtliche Daten zu kopieren und weiterzuverkaufen. In diesem Fall waren alle technischen Sicherheitsvorkehrungen nutzlos, da der Gesamtansatz fehlt.

Ist zur Feststellung eventueller Sicherheitslücken in der Unternehmens-IT Ihrer Meinung nach ein durchgehendes Audit notwendig?

Leider bin ich kein Sicherheitsexperte, und daher maße ich mir auch nicht an, ein Unternehmen in puncto Sicherheit feuerfest zu machen. Dennoch ist meine Empfehlung an den IT-Leiter oder CIO eines Unternehmens, an dieser Stelle die notwendigen Schritte einzuleiten. Das beginnt mit Analyse und Assessment. Hier Kosten zu sparen oder auf den ersten Crash zu warten, ist grundfalsch.

Was kann der Kunde neben den bekannten Services von Dell zusätzlich erwarten?

Es gibt durchaus Services, die aus meiner Sicht wenig oder kaum im Zusammenhang mit Dell gesehen werden. Zum heutigen Zeitpunkt ist Dell Services noch nicht ausreichend bekannt. Aus meiner Sicht sind hier die wichtigsten Themen das Professional Consulting, etwa die Beratungsleistung, die Unternehmen hilft, auf eine Struktur eines Future Ready Enterprise zu kommen. Dabei ist es für Dell wichtig, dass wir unsere Kunden statt mit Legacy-Systemen mit offenen Standards und mit Systemen des Industrie-Standards beraten. Wir müssen also keine Plattformen schützen, mit denen wir Geld verdienen. Wir finden aber auch sehr oft Situationen vor, bei denen Kunden auf der Server-Seite schon sehr stark virtualisiert haben, auf der Client-Seite aber noch überhaupt nichts getan haben – weil Clients dezentral sind, weil daran Nutzer mit ihren Erfahrungen und Wünschen arbeiten und weil man aufgrund der steigenden Mobilität smarte Modelle braucht, um die Nutzer zu überzeugen. Für das Thema Managed-Client-Lifecycle hat Dell führende Industriestandards parat. Der Kunde bekommt von Anfang an ein Produkt, das zu 100 Prozent seine Anforderungen erfüllt.

Welche bahnbrechenden Entwicklungen werden für IT-Entscheider in naher Zukunft wichtig werden?

Ich glaube, dass das Thema Future Ready Enterprise immer wichtiger für die Unternehmen wird. Die Automatisierung und Standardisierung wird in den nächsten Jahren weitergehen. Die Technik wird immer smarter. Ich glaube auch, dass sich die zunächst auf der Server-Seite stattfindende Virtualisierung bei den Themen Storage und Netzwerk immer stärker ausbreitet. Die Infrastruktur wird abgekoppelt vom eigentlichen Bedarf existieren. Sie wird bedarfsabhängig virtualisiert dazu gebucht und wieder entfernt, wenn sie nicht mehr benötigt wird. Ich bin außerdem der Meinung, dass die Herausforderung für IT-Leiter in Unternehmen sowie von IT-Dienstleistern und Technologiepartnern für die nächsten Jahre darin besteht, Modelle zu schaffen, mit denen sich flexible IT-Strukturen zuweisen und provisionieren lassen. Die Nutzung erfolgt dann as-a-service inklusive der Hardware, des Softwarestacks und dem Installations- und Betriebsservice.