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Internationaler E-Commerce: Aufbau und Betrieb multinationaler und multilingualer Online-Shops

Auch kleinere Webshops können von einer Internationalisierung ihres Geschäfts profitieren. Doch in welche Länder sich eine Expansion lohnt, muss im Einzelfall und unter dem Aspekt der erforderlichen Mehrsprachigkeit entschieden werden.

 - Umsätze Amazon Deutschland

Umsätze Amazon Deutschland

Bücher, Elektronik, Bekleidung – der Online-Handel wächst rasant, E-Commerce gewinnt immer mehr Marktanteile im Handel. Entsprechend schnell steigen die Umsätze von Händlern wie Amazon; allein im Geschäftsjahr 2013 erzielte das Unternehmen weltweit fast 75 Milliarden US-Dollar Umsatz, davon in Deutschland über 10,5 Milliarden US-Dollar (ca. 7,8 Milliarden Euro). Einen immer größeren Anteil beim E-Commerce macht in der globalen Betrachtung dabei das grenzüberschreitende Geschäft aus. Das Manager Magazin zitiert eine Studie von Google und der Unternehmensberatung OC&C, derzufolge 2020 fast ein Fünftel der Pakete im weltweiten Internethandel über nationale Grenzen gehen dürfte. Der Anteil des grenzüberschreitenden Online-Handels wird damit von aktuell acht Prozent auf dann 18 Prozent wachsen, was einem Volumen von 98 Milliarden Euro entspricht.

In Deutschland fällt die E-Commerce-Handelsbilanz relativ bescheiden aus. Auch wenn Unternehmen wie Zalando, Zooplus und die Otto-Tochter Bonprix international erfolgreich sind, ist Deutschland im Vergleich zur internationalen Konkurrenz weit abgeschlagen: Hierzulande stammen lediglich 1,7 Milliarden Euro aus dem internationalen Online-Handel, das sind nur knapp neun Prozent des untersuchten Gesamtmarkts. Anders in den USA und in Großbritannien: Dort werden 45 beziehungsweise 27 Prozent der Handelsumsätze im Internet erzielt.

Die Gründe für die Exportschwäche deutscher Online-Händler sieht OC&C-Experte Gregor Endele darin, dass sich viele inländische Händler zu lange und zu tief gehend um das deutsche Geschäft gekümmert und die Internationalisierung zu spät erkannt hätten und diese dann zu zaghaft angegangen seien. Höchste Zeit also, mit multinationalen Webshops im weltweiten Geschäft mitzumischen.

Multinationale Online-Shops aufbauen und steuern

Wer einen internationalen Online-Shop von Grund auf neu aufbauen oder seinen bestehenden nationalen Webshop multinational ausrichten will, muss mehr tun, als im Shop-System alles, was in deutscher Sprache drinsteht, in die Sprachen jener Länder zu übersetzen, die er mit seinem Shop adressieren will.

Suchmaschinenoptimierung

Der Online-Händler muss dafür sorgen, dass die Websites, die er für seine ausländischen Kunden geschaffen hat – sogenannte lokalisierte Websites –, von den potenziellen Nutzern in den ausländischen Märkten auch gefunden werden. Kunden wird nur derjenige Händler gewinnen, der seine Inhalte auf Suchmaschinen der Zielmärkte optimiert. Ulrich Hafenbradl von Shopbetreiber-Blog.de sieht die Herausforderung darin, in den Ergebnislisten der landesspezifischen Suchmaschinen gut positioniert zu sein. Und das erfordert es, nicht nur die Site, sondern auch die SEO-Aktivitäten (SEO = Search Engine Optimization, also Suchmaschinenoptimierung) zu internationalisieren.

Zahlungsabwicklung und Inkasso

Ob Warenverkauf im Inland oder im Ausland: Bevor ein Shop-Betreiber aktiv wird, muss er sich überlegen, wie er an sein Geld kommt. Zu den grundlegenden Entscheidungen gehört es, welche Waren länderübergreifend angeboten werden sollen. Außerdem gibt es in den anvisierten Ländern unterschiedliche Vorlieben beim Bezahlen: Die Kreditkarte bevorzugen in Schweden ein Drittel der Käufer, in Japan 53 Prozent und in Brasilien 75 Prozent. Auch für das Inkasso gelten unterschiedliche Regelungen. Von diesen beiden Faktoren hängen die Wahl der angebotenen Zahlungsarten und das Risikomanagement ab. Auch die Payment-Kosten dürfen dabei nicht vernachlässigt werden: Die – relativ teuren – Bonitätsabfragen bei Wirtschaftsauskunftsdiensten lohnen sich in der Regel nur bei hochpreisigen Waren.

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